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Synthesizer > Korg Lambda
Der KORG Lambda (ES-50), Jahrgang 1979, ist ein voll-polyphoner Ensemble-Synthesizer
mit sehr fettem Klang. Er bietet neun Preset-Sounds, unterteilt in die Sektionen
"Percussive" und "Ensemble". Erstere Sektion enthält
Pseudo-Piano-Sounds, Clavinet und "Harmonics" (erzeugt glockenartige
Klänge), die zweite Sektion wartet mit Orchester-Klängen auf:
Orgel, Bläser, Streicher und Chor.
Viele Möglichkeiten der Klangverfremdung bestehen bei dem KORG Lambda
nicht. So ist in der "Percussive"-Sektion lediglich die Decay-Rate
justierbar und ein Sustain-Schalter liefert eine vom Decay-Wert abhängige
Ausschwingzeit. Zudem ist hier ein Tremolo-Effekt zuschaltbar. Die Bläser-Stimme
hat als einzige Klang-
farbe einen separaten Regler zum Ändern der Filterfrequenz. Die zwei
Streicher-Sounds und "Chorus" haben neben ihren Voreinstellungen
auf Knopfdruck Regel-
möglichkeiten der Attack- und Release-Werte und das voreingestellte
Vibrato lässt sich abschalten. Die drei Oszillatoren lassen sich gegenseitig
verstimmen. Sieht man von den Brillanzreglern für beide Sektionen ab,
war's das! Den "Key-Click"-
Regler für die E-Piano-Stimme kann man getrost vernachlässigen,
da er nur einen recht unbrauchbaren Knack-Sound hinzuaddiert.
Ein großes Plus ist jedoch der Stereo-Chorus, der für beide Sektionen
separat zugeschaltet werden kann. Dadurch wird der Klang stark angedickt
und wunderbar räumlich. Per Joystick kann der Phasen-Wert des Chorus
geregelt werden. Somit kann man stufenlos von unaufdringlicher Modulation
zu leiernden, psychedelischen Chorus-Sounds wechseln. Da wir gerade beim
Joystick sind: Pitch Bends nach oben und unten sind auch möglich. Jedoch
waren dies bei meinem Exemplar keine reinen Ganztonschritt-Intervalle. Möglicherweise
kann dies elektronisch feinjustiert werden, ist mir jedoch als Nicht-Techniker
unbekannt.
Ein kleiner Spezial-Trick am Rande: auf den ersten Blick scheint die Stimme
"Brass" neben dem Filter-Regler unbeeinflussbar zu sein. Ist jedoch
der Sustain-Schalter der "Percussive"-Sektion aktiviert, wirkt
sich dies ebenfalls auf das Ausschwingverhalten der Bläserstimme aus
- dies ist bei runtergeregelter Lautstärke der "Percussive"-Sektion
deutlich hörbar!
Fazit: Der KORG Lambda ist ein wirklich hübscher Streicher-Synthesizer
mit breitem, schönem Sound. Da jedoch die Möglichkeiten der Klangverfremdung
stark eingeschränkt sind und mein KORG Trident neben seinen anderen
Rafinessen ähnlich gute Streicherklänge produziert, habe ich den
Lambda wieder verkauft.
+ volle Polyphonie
+ multitimbral
+ 3 Oszillatoren
+ Stereo-Chorus
+ separate Ausgänge der "Percussive"-
und "Ensemble"-Sektionen
– sehr begrenzte Möglichkeit der Klangbeeinflussung