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Der KORG MS-10 aus dem Jahre 1978 ist ein kompakter monophoner Synthesizer mit halbmodularem Aufbau. Er wurde als ein preisgünstiges Instrument konzipiert, das alle Basis-Elemente der 70er-Jahre-Synthesizer besitzt, jedoch einige Funktionen vermissen lässt.

Die MS-Serie ist besonders wegen des charakterstarken Filters äußerst beliebt. Und zwar dermaßen, dass KORG im Jahre 2010 den monotron auf den Markt brachte: einen Analogsynthesizer im Hosentaschenformat mit originaler MS-Filter-schaltung. Der MS-10 ist ein kreischendes Biest! Das Filter ist spielend zur Selbst-
Oszillation fähig und klingt bei hohen Resonance-Einstellungen extrem dreckig.

Der einzelne Oszillator wartet mit den Standard-Wellenformen auf: Dreieck, Sägezahn und Rechteck/Pulse. Zudem ist ein Rauschgenerator mit weißem und rosa Spektrum vorhanden. Die Hüllkurve funktioniert im klassischen ADSR-Schema und ist gleichzeitig für VCA, VCF und LFO zuständig, wobei die Intensität der Einflussnahme auf VCF und LFO gesondert geregelt werden kann. Über das Patchfeld kann man auch die umgekehrte Hüllkurve zuweisen.

Im Vergleich zum "großen Bruder" MS-20 ist das Patchfeld klein und längst nicht so vielfältig. Der MS-10 hat keine Sample & Hold Funktion und einen Ringmodulator sucht man ebenfalls vergebens. Jedoch kann man hier mit dem LFO (oder bei Bedarf mit dem Modulations-Rad) die Pulsweite steuern (PWM), was seltsamerweise beim MS-20 fehlt. Trotz begrenzter Patch-Möglichkeiten sind viele verschiedene Klangkreationen möglich. Ein kleiner Trick sei noch erwähnt: mittels eines Y-Kabel (6,3mm mono auf 2 x 6,3mm mono) kann man beispielsweise zwei Komponenten gleichzeitig mit dem LFO oder Modulationsrad bedienen, was in weiteren interessanten Klängen resultieren kann.

Fazit: Der MS-10 ist ein netter, kleiner Drecksack. Kreischen, Jaulen und Wimmern produziert er ebenso gut wie dicke Bässe und schneidende Lead-Sounds. Das aggressive Filter hebt ihn von vielen Synthesizern der 70er-Jahre ab. Jedoch sind für mich die klanglichen Möglichkeiten des MS-20 deutlich reizvoller, weswegen ich den MS-10 wieder verkauft habe. In Kürze werde ich mir des Filters wegen einen monotron zulegen - später irgendwann einen MS-20.


+ halbmodularer Aufbau mit einigen Verschaltungsmöglichkeiten
+ Filter mit einzigartigem, dreckigem Klang und Selbst-Oszillation
+ recht intuitive Bedienung
+ Pulsweiten-Modulation (PWM)
kein Sub-Oszillator
kein Sample & Hold oder Ringmodulator (findet man jedoch im MS-20)






KORG
MS-10

Erworben: August 2008, gebraucht
Verkauft: Dezember 2009


Vielen Dank an MiK für die Reparatur!